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Fotos aus privaten Fotoalben - Schätze für die Geschichtsforschung!

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Auf dieser Seite zeigen wir Ihnen im monatlichen Wechsel einen Neuzugang in unserem Archiv
und informieren Sie über Hintergründe und Details zum Bild.

März/April 2018

2018-03

Provisorische Sparkassenfilialen auf der Horner Geest

Im Jahre 1958 tat sich etwas auf der Geest: Die ersten Kleingartenlauben und Behelfsheime wurden geräumt, um Platz zu machen für eine neue Wohnsiedlung. Neuer Wohnraum war nach dem krieg dringend erforderlich - und hier auf der Geest gab es viel Platz!
Am 01.07.1959 war es soweit: In der Manshardtstraße 18 wurde der erste von sechs viergeschossigen Wohnblocks bezogen. Absolut neu für Deutschland war die Bauweise: aus einem dänischen Betonwerk wurden fertige Elemente per Eisenbahnwaggons geliefert und und vor Ort quasi “zusammengesteckt”. Diese dänischen Montagebauweise, bei der nur vier Spezialisten mit ihrem Kran die 48 Wohnungen der sechs Wohnblocks in knapp einem Monat fertigstellten, verkürzte die Bauzeit erheblich. Mit der traditionellen Baumethode, selbst bei einer normalen Baustellenbesetzung von etwa 20 Maurern, wäre eine Bauzeit von rund fünf Monaten erforderlich gewesen!

Dem ersten Bauabschnitt im Bereich Manshardtstraße/Kroogblöcke folgte zu Beginn der 1960er Jahre der zweite Bauabschnitt entlang des Querkamps. Der dritte Bauabschnitt mit 1848 Wohnungen, einem Ladenzentrum und 41 Gewerbeobjekten feierte sein Richtfest im August 1968 rund um die Dannerallee.

Dieses riesige Neubaugebiet brauchte natürlich eine entsprechende Infrastruktur. Kleine Ladenzentren am Querkamp/Hermannstal und Manshardtstraße/Dannerallee versorgten die Neubürger mit dem Nötigsten. Dazu gehörte selbstverständlich auch ein kurzer Weg zur Sparkasse. Gab es zu Beginn der 1950er Jahre nur zwei Filialen in der Horner Landstraße (Nr. 165: neuspar, Nr. 457: Sparcasse von 1827) und eine in der Rennbahnstraße Nr. 24-26, schossen mit Beginn der Geestbesiedelung die Sparkassenfilialen wie Pilze aus dem Boden. Vielfach mussten die Zugezogenen aber schon versorgt werden, wenn die Gebäude noch gar nicht fertig waren. Dieses Problem gab es nicht nur in Horn, sondern hamburgweit in den Neubaugebieten. Neben “Fahrenden Zweigstellen” in einem Omnibus, die lange Zeit täglich auch die zukünftige Filiale im EKZ Kroogblöcke fahrplanmäßig für 90 Minuten anfuhr,  wurden auch provisorische Baracken errichtet.
Dabei war die Zweigstelle 320 der “Hamburger Sparkasse von 1827” ein echtes Kuriosum: Neben einer Holzbaracke sorgte ein Omnibus aus dem Bestand der “Fahrenden Zweigstellen” für ausreichend Platz an der Ecke Querkamp/Manshardtstraße. Diese Zweigstelle eröffnete am 15. August 1967 und diente bis zur Einweihung des “Ladenzentrums Manshardtstraße” im Oktober 1968 als Provisorium!
Das obige Foto ist aber nicht nur wegen der Sparkassen-Baracke von besonderer Bedeutung. Es zeigt rechts im Hintergrund für uns erstmalig auch die “ESSO”-Tankstelle an der Mashardtstraße, deren Daten leider bei uns noch nicht erforscht sind.

Jüngeren Lesern sei an dieser Stelle erklärt, dass es damals aber nicht wie heute nur eine große Hamburger Sparkasse gab. Aufgrund von Differenzen im Vorstand der 1827 gegründeten ersten Hamburger Sparkasse spaltete sich 1864 eine neue Sparkasse ab, die folgerichtig “Neue Sparcasse von 1864” hieß - später kurz “neuspar” genannt. Und wo immer es eine “Sparcasse von 1827” gab, siedelte sich auch die “neuspar” an. So ist es nicht verwunderlich, dass nur zwei Tage später - am 17. August 1967 - auch die “neuspar” ihre Baracke auf der Fläche eröffnete, auf der heute das Holzhaus vom “Stadtteilcentrum Horner Geest” steht.

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Mit Fertigstellung des Ladenzentrums (von “Einkaufszentrum” sprach damals noch niemand) im Oktober 1968 zog die “1827” dann in die heute noch genutzten Räume der HASPA; die “1864” zog ans Ende des Zentrums in den Bereich der heutigen Budni-Filiale. Mit der im Jahre 1972 erfolgten Fusion beider Sparkassen gab man die ungünstiger gelegene “neuspar”-Filiale auf.

Übrigens betrieben beide Sparkassen in den 1960er Jahren die “Fahrenden Zweigstellen” in Omnibussen.
Der Service für den Bereich rund um die Neubauten an der Kroogblöcke wurde mit dieser kleinen Broschüre beworben:
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Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei der HASPA, die uns unkompliziert die Bilder sämtlicher Sparkassen-Filialen in Horn zum Scannen und Archivieren zur Verfügung gestellt hat!

(© Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt! Jegliche Verwendung nur mit schriftlichen Genehmigung der HASPA!)

Haben Sie auch alte Horn-Motive in Ihrem Fotoalbum - vielleicht sogar von der ESSO-Tankstelle?
Dann melden Sie sich bitte telefonisch (040 659 01 444), per Brief (Gerd von Borstel, Pagenfelder Str. 20, 22111 Hamburg) oder Mail (meine[ät]horner-geschichte.de).
Oder besuchen uns beim offenen Archiv am 2. oder 4. Mittwoch im Monat im Stadtteilhaus Horner Freiheit (16:30 bis 19:30 Uhr)

Leihen Sie uns bitte diese Bilder für unser Archiv. Nach dem Scannen erhalten Sie die Originale selbstverständlich zurück.
 

Nächster Bildwechsel: Mai 2018!


 

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