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Viele der 111 Straßennamen in Horn erklären sich von allein -
"Bei den Tennisplätzen" oder "Rennbahnstraße" bedürfen wohl kaum einer Deutung. Wer aber war "von Elm" oder "Daniel Bartels", nach welchem "Sebastian" wurde die Gasse benannt?

Während früher nur die Hauptstraßen einen "richtigen" Namen trugen (z.B. "Horner Landstraße"  oder "Weg oben in Hamm"), waren viele der übrigen Feld-, Wald- und Wiesenwege einfach numeriert (z.B. Weg Nr. 134 = später "Pagenfelder Straße"). Am 16.Juni 1929 erfolgte dann eine Umstellung dieser Wegnummern in Namen.

Seit dem 6.9.2001:
Lisa-Niebank-Weg

Seit dem 13.9.2002:
Pastor-Dubbels-Weg

Seit Sommer 2006
Hermann-Heberlein-Ring

Unsere Internetseite und unser Buch geben Auskunft über die Horner Straßennamen.
Infos zu den Bewohnern bieten die Hamburger Adressbücher auf der Uni-Hbg-Homepage.

Wie auch anderenorts lassen sich Horns Straßennamen in Kategorien einteilen:

Da wären zuerst die vielen sogenannten "Flurbezeichnungen" ("Grüner Weg", "Bergstieg", "Zwischen den Hecken" usw.). Diese Namen entstanden im Volksmund meist schon parallel zu den Wegnummern und orientierten sich an den Gegebenheiten der Landschaft. Mit 53 Namen stellen sie den größten Anteil der Straßen.

Die zweite Gruppe von Straßennamen (11) wurde nach Persönlichkeiten benannt, die sich um den Stadtteil verdient gemacht hatten oder wichtige Ämter bekleideten: z.B. Anna Lühring (in Horn lebende Freiheitskämpferin), Pastor Schetelig (erster Pastor der Martinskirche), Martin Henning (Leiter des Rauhen Hauses), Friedrich Manshardt (Mitbegründer der Horner Warteschule).

Die dritte Kategorie bilden zwei "Motivgruppen", deren Personen mit dem Stadtteil direkt nichts zu tun hatten. Solche Motivgruppen findet man auch in anderen Stadtteilen. Dabei wurden und werden nicht nur Persönlichkeiten geehrt - auch Motivgruppen aus der Tier- und Märchenwelt sind z.B. im Nachbarstadtteil Billstedt zu finden ("Wildentenstieg", "Albatrosweg", "Schneewittchenweg", "Däumlingstwiete" usw.).

Da gerade in den späten 20er Jahren zwischen der "Weddestraße" und dem "Hermannstal" viele Wohnungen für Arbeiterfamilien gebaut wurden, erfolgte auf Beschluß der damaligen Bezirksgremien die Vergabe von Straßennamen in Horn vielfach nach "Männern und Frauen in der Arbeiterbewegung" (32). Somit finden wir besonders viele sozialdemokratische Persönlichkeiten, die als Bürgermeister, Senatoren, Bürgerschafts- und Reichstagsabgeordnete oder Begründer der Konsumvereine und Gewerkschaften hervortraten.

Im Wahlkampf 1932 kam es in ganz Deutschland zu Straßenschlachten zwischen SA-Männern und überwiegend kommunistischen Arbeitern. Die Kämpfe forderten insgesamt 99 Todesopfer, darunter auch viele SA-Männer. Nach ihnen wurden im März 1934 auch in Horn Straßen umbenannt - überwiegend Straßen von Personen, deren politische Ausrichtung den Nazis missfiel. Diese Straßen erhielten nach dem Kriege im Oktober 1945 ihren ursprünglichen Namen zurück.

Die zweite Motivgruppe "Bedeutende Persönlichkeiten Amerikas" (5) traf unseren Stadtteil wohl mehr zufällig. Bis jetzt ist es mir jedenfalls noch nicht gelungen, eine sinnvolle Begründung für diese Auswahl zu finden.

Dann gibt es noch Personen ohne Verbindung zum Stadtteil (10), die auch keine Motivgruppe bilden. Dazu gehören z.B. die norddeutschen Dichter Daniel Bartels und Heinrich Jürs sowie Vater und Sohn Culin.

In der nachfolgenden Tabelle haben wir die wichtigsten* Fakten zu den Straßen in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet und mit dem Datum ihrer ersten Benennung versehen. Umbennenungen sind ebenfalls verzeichnet.
Die Umstellung der Namen im "Dritten Reich" wird unter dem jeweiligen heutigen Straßennamen aufgeführt und ist kursiv geschrieben.

 

* Die ausführliche Beschreibung der Horner Straßennamen finden Sie in unserem ersten Buch, dass neben den umfassenden Biografien der Namensgeber auch reichhaltig bebildert ist. Mehr dazu finden Sie unter > “Bücher”

Alte, nicht mehr existierende Horner Straßen werden auf den Internetseiten nicht berücksichtigt. Die Beschreibung erfolgt ausschließlich im Buch.

Ein Dankeschön an die Mitarbeiter des Statistischen Landesamtes, die mit mir zusammen im Jahre 1996 die 16 Holzkästen mit den Straßennamen- Karteikarten zur Durchsicht durch die Büroräume trugen!

 

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