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Der erstaunte Leser dieser Überschrift wird sich wundern: "Sie war doch nie weg?!" - seit über 125 Jahren steht sie auf dem selben Fleck zwischen Bauerberg und Pagenfelder Straße.

Gemeint ist auch nicht das steinerne Original mit seinem 39 Meter hohen Turm, sondern ein hölzernes Modell im ungefähren Maßstab 1:20.

2001 stieß  Küster Günter Scheuermann bei Aufräumarbeiten im Keller des alten Gemeindehauses auf das beachtliche Modell und präsentierte es sofort der Geschichtswerkstatt Horn. Zum Zeitpunkt des Fundes befand sich das Modell in einem ziemlich desolaten Zustand: ohne Abdeckung war es in den vielen Jahren total eingestaubt, mehrere Dachschindeln fehlten oder waren lose, der Zaun links und rechts vom Eingangsbereich war teilweise zerstört und die Fensterkreuze abgefallen. Am gesamten Modell fehlte ein Hinweis auf Erbauer und Zeitpunkt der Entstehung.

 

 

So machte sich also die Geschichtswerkstatt auf die Suche nach dem Schöpfer und dem Grund für diesen außergewöhnlichen Modellbau. Aber keiner in der Gemeinde kannte das Modell; der einzige Zeitzeuge, der mit Gewissheit etwas dazu hätte sagen können, verstarb vor eineinhalb Jahren an den Folgen eines tragischen Verkehrsunfalls:
 Pastor Dubbels.

Die Recherche nach dem Alter des Kirchenmodell ergab, dass dieses vor 1954 entstanden sein muss. Das Modell zeigt die Kirche nämlich noch mit dem verkürzten Altarraum. Dieser wurde 1954 nach einem Brand im Paramentenraum um drei Meter verlängert - ein Modellbauer hätte dies bestimmt berücksichtigt - es sei denn, er wollte bewusst das historische Aussehen dokumentieren.

Bei den weiteren Versuchen, das Alters zu bestimmen, wurden nun die "runden" Jubiläen betrachtet, aus deren Anlass gerne so ein Geschenk gemacht wird:
Vor 1954 war dies das 50jährige Kirchweihfest im Jahre 1936. Die verwendeten Materialien und der relativ gute Zustand des Modells schließen dieses Alter aber weitgehend aus. Hinzu kommt, dass das Gemeindehaus während der Bombenangriffe stark beschädigt wurde und das Modell zu dieser Zeit dann an einem anderen Ort gestanden haben muss. Somit lässt sich das Alter nur schätzen - vermutlich entstand es zwischen 1950 und 1954. Im Widerspruch zum kurzen Altarraum könnte es noch zu den "Horner Kirchentagen" im April 1956 gefertigt worden sein.

Fraglich ist auch, warum das wirklich imposante Modell so lange der Öffentlichkeit vorenthalten wurde und ein Schattendasein im Keller des Gemeindehauses fristen musste? Auch auf diese Sachverhalt fand die Geschichtswerkstatt bis jetzt keine Lösung - die Beschädigungen allein können nicht der Grund gewesen sein, denn diese hätten sich mit wenig Aufwand beseitigen lassen. Und wo hat es vor seiner Verbannung in den Keller gestanden? Wieso taucht das Modell auf keinem Foto des doch recht umfangreichen Bildarchivs der Martinskirche auf? Alles Fragen, auf die sich die Geschichtswerkstatt auf dem Kirchweihfest im November 2001 von den vielen Besuchern eine Antwort erhoffte.

Rechtzeitig zu diesem Termin wurde von der Glaserei Möller eine Glasvitrine gestiftet, unter der das Kirchenmodell nun geschützt ausgestellt werden kann. Aber auch bei dieser Veranstaltung fand sich niemand, der weiterhelfen konnte. Selbst alte Horner sahen das Modell an diesem Tag zum ersten Mal. Erfreulich war, das sich ein Besucher - Herr Bernhard Biedermann - spontan bereit erklärte, die Schäden im Dach- und Fensterbereich zu beseitigen. Diese Arbeiten waren im Januar 2002 abgeschlossen und nun strahlt das Kirchenmodell wieder im alten Glanz - die Kugel auf der Kirchturmspitze wurde bei den Reparaturarbeiten sogar vergoldet!

Auf einer Kirchenvorstandssitzung hat die Geschichtswerkstatt Horn das restaurierte Modell der Gemeinde offiziell wieder übergeben. Im Vorraum zum Gemeindebüro kann es nun während der Öffnungszeiten besichtigt werden. Ferner ist es dort jetzt auch “Hingucker” für alle Besucher des “Kleinen Hoftheaters”.

Unsere Bitte an alle alten Horner:
Wer kann über Entstehung, Alter und Aufstellungsort der "kleinen" Martinskirche etwas berichten? Wer kennt vielleicht sogar noch den Erbauer? Wer erinnert sich, dies Modell in den Gemeinderäumen gesehen zu haben?

Schicken Sie uns ein Mail an      gwh-drot

oder schreiben Sie an die Geschichtswerkstatt Horn,
c/o Gerd von Borstel, Pagenfelder Straße 20, 22111 Hamburg

oder melden Sie sich unter der Rufnummer 659 01 444 und hinterlassen Sie eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter.

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