Direkt zum Seiteninhalt

Bild des Monats - Geschichtswerkstatt Horn

Menü überspringen
Menü überspringen

Bild des Monats

Das alte Horn
Fotos aus privaten Fotoalben - Schätze der Geschichtsforschung!
Private Leihgaben bereichern das Stadtteilarchiv und helfen bei der Geschichtsforschung.
Erfahren Sie mehr über die Geschichten hinter den Bildern! > Klicken Sie einfach auf die Fotos!



Auf dieser Seite zeigen wir Ihnen im ständigen Wechsel einen Neuzugang in unserem Archiv
und informieren Sie über Hintergründe und Details zum Bild.

Januar/Februar 2026
Die Horner Schmiede
Die alte Schmiede - gemalt von Friedrich Zander nach einer Bleistiftzeichnung von 1888
Ehemals Horner Landstraße 151 (heute 165) - Ecke Bauerberg

Am 1. Januar erreichte uns eine Mail, in der uns ein Gemälde angeboten wurde, welches bei einer Wohnungsauflösung keine weitere Verwendung fand. Leider kommt es selten vor, dass bei Wohnungsauflösungen bei hornbezogenen historischen Fotos oder Dokumenten an die Geschichtswerkstatt gedacht wird. Umso erfreuter waren wir natürlich, dass bei diesem Gemälde die Familie sich an uns erinnerte! Und so machen wir natürlich unseren neuen Archivzugang umgehend zum "Bild des Monats".

Wie jedes Dorf hatte auch Horn einen Schmied, der Ackergeräte reparierte und den Pferden die Hufe beschlug. Seine kleine Schmiede stand in der Horner Landstraße an der Ecke zum Bauerberg - ungefähr dort, wo heute die Bushaltestelle in Richtung Innenstadt liegt. Zum damaligen Grundstück Nr. 153 gehörte ein kleines Wohnhaus ohne Ladengeschäft, vor 1826 errichtet. Es bestand aus Erdgeschoss und Wohnbereich im Spitzdach - auf dem Bild links von der Schmiede liegend. Rechts davon am Straßenrand stand die Hufschmiede, die Johann Theobald Riefesell am 23. Juni 1888 mit Bleistift zeichnete. Erster uns bekannter Schmied war Hinrich Uphoft, den ein Dokument vom 6. August 1618 erwähnt. Erst aus dem Jahre 1837 ist uns mit Johann Georg Lang wieder ein Schmied bekannt. Da aber in jenem Jahr erstmals im Adressbuch Bewohner Horns vermerkt wurden, darf man davon ausgehen, dass Lang hier schon früher Hufschmied war. Im Jahre 1856 zog er nach Nr. 18 und wurde Feuerungshändler. Neuer Hufschmied war nun J.E. Tode. Er starb 1872, die Witwe 1876. Danach wurde Friedrich Dedecke neuer Hufschmied. Als er erfuhr, dass die alte Dorfschmiede 1895 abgebrochen werden sollte, erwarb er noch im selben Jahr das Grundstück Nr. 176 auf der südlichen Straßenseite, wo der Hinterhof genug Platz für eine Werkstatt bot. Der Abbruch wurde notwendig, weil ein Gleis für die neue elektrische Straßenbahn verlegt und folglich auch der Fußweg neu gestaltet werden sollte. Straßenseitiges Gartenterrain stützte man durch eine Mauer aus Naturfelsen, wie sie heute noch beim Blohm's Park zu sehen ist.

Zur Geschichte des Gemäldes und seiner Vorlage:
Der Maler Theobald Riefesell (1836 - 1895) besuchte die von Martin Gensler geleitete Zeichenschule der Patriotischen Gesellschaft von 1765 und lernte später bei dem Lithografen Charles Fuchs und dem Hamburgensien-Maler Wilhelm Heuer. Ein Stipendium ermöglichte ihm das Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Akademie der bildenden Künste Wien.  Im Jahr 1860 ließ er sich als freischaffender Maler und Zeichenlehrer  in Hamburg nieder und unterrichtete die Kinder wohlhabender Familien. Von seinem umfangreichen Werk sind über 1000 Zeichnungen erhalten, in  denen er das Aussehen Hamburgs vor den großen Umgestaltungen des späten  19. Jahrhunderts festhielt, aber auch den Abriss innerstädtischer Wohnviertel zugunsten des Hafenausbaus (Speicherstadt u. a.) dokumentierte. Horn verdankt ihm neben der Schmiede auch eine Bleistiftzeichnung vom berühmten "Schinkenkrug" an der westlichen Ortseinfahrt. Beide Zeichnungen wurden im Dezember 1966 von der "Neuen Sparcasse von 1864" zum zehnjährigen Bestehen der Zweigstelle 77 in einer kleinen Broschüre mit dem Titel "Horn - zwischen Marsch und Geest" veröffentlicht.

Quelle: Museum für Hamburgische Geschichte
Im Jahre 1960 zog der Hamburger Maler Friedrich Zander von der Kaptaubentwiete zum Sandkamp 21c. Außer dem Adressbucheintrag ist uns bis jetzt noch nichts zur Person bekannt. Wir vermuten, dass er beim Sparkassenjubiläum - wie viele andere Kunden auch - das kleine Heft geschenkt bekam und ihn die Zeichnung von Riefesell so zu seinem Gemälde animierte.
Das Bild kam dann in den Besitz von Berthold Barenberg, der eine Glashandlung & Bilderrahmung an der Horner Landstraße 148a betrieb. Dort erwarb es die Familie des letzten Besitzers, der es nun dem Stadtteilarchiv überließ. Dafür bedanken wir uns ganz herzlich und haben die kleine Schmiede schon in unserem Archivraum aufgehängt!

Text zur Geschichte der Schmiede: Gerd Rasquin
Text zum Maler Riefesell: Wikipedia („Creative-Commons Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen“), Hauptautoren: U.Rohwedder & Vitavia
Recherche und Text zu Zander & Barenberg: Gerd von Borstel

Nachdruck - auch auszugsweise - nur mit Genehmigung!

Haben Sie auch noch alte Horn-Motive in Ihrem Fotoalbum oder Diakasten?
Dann melden Sie sich bitte telefonisch (040 659 01 444),
per Brief (Gerd von Borstel, Pagenfelder Str. 20, 22111 Hamburg)
oder Mail an: meine[ät]horner-geschichte.de.
Oder besuchen uns beim offenen Archiv im Stadtteilhaus Horner Freiheit.
Das Archiv ist jeweils am 2. und 4. Mittwoch im Monat von 16:30 bis 19:30 Uhr geöffnet. Infos dazu finden Sie > hier

Leihen Sie uns bitte diese Bilder für unser Archiv.
Nach dem Scannen erhalten Sie die Originale selbstverständlich zurück.

Nächster geplanter Bildwechsel: März 2026

Zurück zum Seiteninhalt