Bild des Monats - Geschichtswerkstatt Horn

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Bild des Monats

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Auf dieser Seite zeigen wir Ihnen im ständigen Wechsel einen Neuzugang in unserem Archiv
und informieren Sie über Hintergründe und Details zum Bild.

Juli/August 2021
Blick vom Horner Weg zum Hermannstal um 1950



Archiv Wohnungsverein Hamburg von 1902 eG

Unser heutiges Bild des Monats bekamen wir aus dem Archiv des "Wohnungsvereins Hamburg von 1902 eG" im Zuge des Abbruchs und Neubau des Häuserblocks Horner Weg 249-263, Bei den Zelten 2-10 und Sievekingsallee 204-218.
Der Fotograf steht vermutlich auf dem Balkon im 2. Stock einer Wohnung im Haus Horner Weg 259 und blickt auf die Kreuzung Sievekingsallee/Rennbahnstraße/Hermannstal/Horner Weg.
Die Häuser im Horner Weg und das einzeln stehende Haus Sievekingsallee 216/218 (am linken Bildrand) hatten den Krieg weitgehend unbeschadet überstanden. Die Bewohner hatten sich auf der Grundstücksspitze kleine Gärten angelegt, um sich mit Gemüse selbst versorgen zu können.

Am rechten Bildrand sieht man die Einmündung des Horner Wegs in den Kreuzungsbereich - heute ist der Horner Weg hier eine Sackgasse mit Wendehammer. Die Eisenbahnschienen stammen nicht etwa von der Straßenbahn (diese fuhr in der Sievekingsallee!), sondern von der "Trümmerbahn". Sie schaffte die Trümmer, die der Krieg hinterlassen hatte, von der Trümmeraufbereitungsanlage im Thörlspark (Burgstraße) zum Öjendorfer Park. Dort wurde er in die Seen geschüttet, die in den 1930er Jahren durch die Entnahme des Sandes zur Aufschüttung der Horner Marsch entstanden waren. Die Trümmerbahn nahm im Herbst 1949 (offiziell am 15.3.1950) ihren Betrieb auf und fuhr bis Mitte 1953.
Da es auf der Kreuzung noch bis Ende der 1960er Jahre kein Ampel gab, saßen in den kleinen Holzhäuschen an der Kreuzung je ein Polizist bzw. ein Mitarbeiter des Bahnbetriebs und stoppten den Autoverkehr bei Annäherung eines Zuges. Nach der Demontage der Trümmerbahn verschwanden auch die Häuschen und man überließ den Auto- und Straßenbahnfahrern die Vorfahrtsregelung selbst - rechts vor links.
Bei der Säule davor handelt es sich um einen öffentlichen Brandmelder. Da in dieser Zeit kaum jemand einen privaten Telefonanschluss besaß, konnte darüber im Ernstfall die Feuerwehr gerufen werden.

Auf der anderen Straßenseite sehen wir den fast komplett zerstörten Häuserblock Hermannstal 2 bis 22 und Rennbahnstraße 40.
Die "Neue gemeinnützige Gesellschaft für Wohnungsbau" erwarb den ehemaligen Staatsgrund und errichtete die dreistöckigen Wohnblöcke. 1931 konnten alle Wohnungen bezogen werden, sodass man die Mietparteien erstmals im Adressbuch von 1932 erfuhr. Nur in Nr. 2, an der Ecke Rennbahnstraße, gab es ein Ladengeschäft, in dem Hans Peter Petersen Kolonialwaren anbot, 1936 von Johann Thode und 1937 von Wilhelmine Moeser übernommen. Als Johannes Haarke 1939 neuer Besitzer wurde, lief der Kolonialwarenladen unter Rennbahnstraße Nr. 28 (heute Nr. 40), zudem auch ein vierstöckiges Haus gehörte. Hinter dem Haus befand sich seit November 1936 die Kehre der Straßenbahn-Linie 17. Nach den Bombentreffern blieb nur ein kleiner Teil der Außenfassaden einschließlich erster Stock erhalten. Da Baumaterial knapp war, wurden die Trümmerreste 1955 für den Wiederaufbau verwendet, den die „Gemeinnützige Aktien-Gesellschaft für Angestellten-Heimstätten“ (GAGfAH) ausführen ließ. Noch heute erkennt man an der Hausfassade im Hermannstal deutlich die Linie zwischen Originalmauerwerk und Wiederaufbau an den unterschiedlichen Klinkerfarben. Wegen kriegsbedingter Schäden fuhr vom 25. 7. 1943 bis zum 24. 6. 1951 keine Straßenbahn in der Sievekingsallee.

Hinter dem Wohnblock, im Bereich des heutigen EKZ-Parkhauses, erkennt man noch kleine Behelfsheime und Schreberlauben, die teilweise schon vor dem Krieg erbaut wurden.


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Dann melden Sie sich bitte telefonisch (040 659 01 444), per Brief (Gerd von Borstel, Pagenfelder Str. 20, 22111 Hamburg) oder Mail an: meine[ät]horner-geschichte.de.
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Nächster geplanter Bildwechsel: Ende August 2021

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